Sicherung fliegt raus: Ursachen & Sofort-Check
Warum ein LS-Automat auslöst, was Sie einmal gefahrlos selbst prüfen können – und wann es ein Fall für die Elektrofachkraft ist.
Beitrag lesenIm Verteiler sitzen mehrere Schalter, die auf den ersten Blick gleich aussehen, aber nicht dasselbe tun. Springt einer raus, lautet die erste Frage meist: War das jetzt „die Sicherung“ oder „der FI“? Dieser Artikel erklärt den Unterschied so, dass Sie ihn beim nächsten Blick in den Kasten wiedererkennen.
Die Sicherung – fachlich Leitungsschutzschalter (LS-Automat) – schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Der FI-Schalter – fachlich Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD) – schützt Sie selbst vor einem gefährlichen Fehlerstrom. Beide sitzen im selben Kasten, lösen aber aus völlig unterschiedlichen Gründen aus.
Im Fachhandel und in der Norm heißen die Bauteile anders, als sie umgangssprachlich genannt werden. Wer die vier Grundtypen einmal auseinanderhält, versteht auch, warum am Verteiler nicht „eine Sicherung“ reicht.
Das ist es, was im Alltag meist einfach „Sicherung“ genannt wird – früher tatsächlich eine Schmelz- oder Schraubsicherung, heute fast immer ein Automat. Er schützt die Leitung selbst: Fließt zu viel Strom, etwa weil zu viele Geräte an einem Stromkreis hängen, oder liegt ein Kurzschluss vor, unterbricht er den Stromkreis, bevor die Leitung überhitzt.
Umgangssprachlich „FI“, fachlich aktuell meist als RCD (Residual Current Device) bezeichnet – beide Bezeichnungen sind gängig. Der FI misst, ob der Strom, der über den Außenleiter in ein Gerät fließt, vollständig über den Neutralleiter zurückkommt. Fehlt ein Teil – weil er etwa über einen Menschen oder ein defektes Gerät gegen Erde abfließt – schaltet der FI sehr schnell ab. Das ist der eigentliche Personenschutz.
Ein einzelnes Gerät, das beide Aufgaben übernimmt: Fehlerstromschutz und Leitungsschutz in einem Automaten. Praktisch, weil es Platz im Kasten spart und einen einzelnen Stromkreis unabhängig von den anderen absichert – löst er aus, bleibt nur dieser eine Kreis betroffen, nicht der gesamte FI-Bereich.
Bei größeren Anlagen als SLS (Selektiver Hauptleitungsschutzschalter) ausgeführt. Er schaltet nicht einen einzelnen Stromkreis, sondern die gesamte Anlage bzw. den Hauptstrom – die übergeordnete Ebene über allen LS-Automaten und FI-Schaltern. Mit dem einzelnen LS sollte man ihn nicht verwechseln.
Ganz sicher lässt sich das nur mit einem Blick auf die Beschriftung sagen, aber ein paar Anhaltspunkte helfen schon vorab weiter.
Die Prüftaste am FI dürfen Sie übrigens gefahrlos selbst betätigen – ein regelmäßiger Test alle paar Monate zeigt, ob der Schalter noch zuverlässig auslöst.
Ein Kasten voller LS-Automaten heißt nicht automatisch, dass Sie vor einem Stromschlag geschützt sind – LS-Automaten schützen die Leitung, nicht Sie selbst. Nur ein FI-Schalter erkennt einen Fehlerstrom über den eigenen Körper und schaltet dann ab. Fehlt der FI in einem Steckdosenstromkreis oder Feuchtraum, fehlt dort der Personenschutz, unabhängig davon, wie viele LS-Automaten daneben sitzen.
Der Verteiler ist Arbeit an der festen elektrischen Anlage – das ist in Deutschland kein Kavaliersdelikt, sondern gesetzlich der Elektrofachkraft bzw. einem im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragenen Betrieb vorbehalten (NAV §13).
Beschreiben Sie kurz, was der Kasten gerade macht – ob ein einzelner Automat ausgelöst hat oder ob es der FI ist, der immer wieder abschaltet. Daraus ergibt sich, ob ein regulärer Termin reicht oder ob es dringender ist. Wie ein konkreter Einsatz an Sicherung und FI-Schalter abläuft, lesen Sie auf unserer Seite Sicherung & FI-Schalter. Die Einschätzung am Telefon ist kostenlos und unverbindlich.
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Beitrag lesenOb FI, LS-Automat oder ein ganzer Kasten, der in die Jahre gekommen ist – rufen Sie an und schildern Sie, was Sie sehen. Die Einschätzung am Telefon ist kostenlos und unverbindlich, ohne Formular.